Menu
Menü
X

Fauerbacher Mundart-Reformationsgottesdienst am 31.10.2021

Es ist seit Jahren eine liebgewonnene Tradition, dass die Fauerbacher Kirchengemeinde den Reformationstag zur Erinnerung an Dr. Martinus Luther immer wieder mit neu konzipierten Ideen abwechslungsreich und unterhaltsam gestaltet.

Dies geschieht meist mit einem Augenzwinkern und ist – bei aller Ernsthaftigkeit und christlichem Tiefgang – alljährlich ein großes Ereignis. In diesem Jahr fand ein außergewöhnlicher Mundartgottesdienst gemäß dem Motto „Dem Volk auf´s Maul geschaut!“ statt.

Gleich nach dem Eröffnungs-Orgelvorspiel von der Organistin Sabine Werner traten Irmtraud Schmidt und Annemarie Seiler als „waschechte“ Fauerbacherinnen zum Anspiel nach vorne und sinnierten in bester Mundart über den ihnen unbekannten Prädikanten aus Holzheim, der anschließend den Gottesdienst in „platt“ halten täte. Im Laufe der launigen Unterhaltung klärte sich dann auf, dass die zahlreichen Besucher nicht das „Saalz irn de Sopp“, sondern das „Salz der Erde“ seien.

Danach folgte die Begrüßung und das Votum durch den Gast-Prädikanten Karl-Heinz Klee aus Holzheim, der auch die Psalm-Lesung und das Eingangsgebet sowie die Schriftlesung in heimatlichen Dialekt vortrug. Seine Mundart-Predigt eröffnete er mit dem Lutherlied „Nun freut euch, ihr lieben Christen, g´mein“. Er ermunterte die zahlreiche Zuhörerschaft, dass sie das Salz der Erde und das Licht der Welt seien. Dadurch hätte man die Gabe und die Verantwortung von Gott bekommen, die Welt ein bisschen freundlicher und lebenswerter zu machen. Das täte nicht nur einem selbst, sondern auch seinen Mitmenschen in der Seele gut.

Nach dem Gemeindelied „Ein feste Burg ist unser Gott“ folgte ein unterhaltsam, amüsanter Ehedisput zwischen Katharina von Bora, ausgezeichnet verkörpert von der schauspielerisch erfahrenen Karin Dilges, und Dr. Martinus Luther, originalgetreu dargestellt von Klaus Werner. Er war in seinem Element, als er den empörten Luther gab, während seine Ehefrau, Herr Käthe, vergeblich versuchte, ihn zu beschwichtigen. Luther verteidigte vehement seine Bibelübersetzung und verwahrte sich gegen den Vorwurf Dritter, die Heilige Schrift falsch übersetzt zu haben. „Dem Volk auf´s Maul schauen!“ – diese Redensart war sein Grundsatz bei der Übersetzung ins Deutsche. Nur so verstünde das Volk sein Anliegen bzw. die Bibel und könne sie auch lesen.

Nach den Fürbitten, dem Vaterunser und dem Segen bedankte sich Klaus Werner, der sich für die Planung, Organisation und Durchführung verantwortlich zeichnete, bei allen Mitwirkenden, die diesen Mundartgottesdienst möglich gemacht haben, mit einem echten „Luther-Rosen-Sträußchen“.

Nach dem Schlusslied „Der Mond ist aufgegangen“ und der Verabschiedung durch Cornelia Bachus, trafen sich noch die zahlreichen Besucher am Kirchplatz zum Steh-Empfang bei Speis´ und Trank und ließen den Reformationstag gemeinsam ausklingen.

Bildernachlese Reformationsmundartgottesdienst in Fauerbach am 31.10.2021

  • CB3 Monate
  • CB3 Monate
  • CB3 Monate
  • CB3 Monate

Reformationstag mit Mundartgottesdienst in Fauerbach am 31.10.2021

Reformationstag in der Fauerbacher Kirche "Luther - aus besonderem Holz geschnitzt"

Zu einem Dialogtheater zwischen Mensch und Marionette wurde am Reformationstag in die Kirche nach Fauerbach eingeladen. Vom Hanauer Marionettentheater, vertreten durch Roland Richter und seiner Frau, wurde das Stück "Martin Luther - aus besonderem Holz geschnitzt" vorgetragen. Mit wenig Aufwand stellte man den Ablassstreit, den Reichstag zu Worms, das Leben auf der Wartburg und die Zeit als Reformator in Wittenberg dar. Bei einer fast unheimlichen Stille in der Kirche wurden auch die 95 Thesen angeschlagen. Roland Richter erweckte beim Spiel die Puppen zum Leben und diese Faszination ging auch auf das zahlreich erschienene Publikum über.

Nach Ende der Veranstaltung wurde im Gemeindesaal noch ein Imbiss gereicht, der von den zahlreichen Besuchern bis auf den letzten Platz in Anspruch genommen wurde. Ich finde nur das Wort "GELUNGEN" zum Abschluss und DANKESCHÖN.

top