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Gottesdienst zum Siebten Sonntag nach Trinitatis den 18.7.2021

Schön, dass Sie auch heute wieder unsere Homepage besuchen und den Gottesdienst mitfeiern. Wir feiern jetzt auch wieder Gottesdienste in den Kirchen. Dennoch wollen wir gerne daran festhalten, unsere Gottesdienste auch auf unsere Homepage zu stellen.

Lied 365 Von Gott will ich nicht lassen

Und so feiern wir diesen Gottesdienst im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Das Eingangswort für diesen Sonntag steht in Psalm 107, es sind die Verse 1 bis 9.
Danket dem Herrn; denn er ist freundlich,und seine Güte währet ewiglich.
So sollen sagen, die erlöst sind durch den Herrn, die er aus der Not erlöst hat,
die er aus den Ländern zusammengebracht hat von Osten und Westen, von Norden und Süden. Die irregingen in der Wüste, auf ungebahntem Wege, und fanden keine Stadt, in der sie wohnen konnten, die hungrig und durstig waren und deren Seele verschmachtete,
die dann zum Herrn riefen in ihrer Not und er errettete sie aus ihren Ängsten
und führte sie den richtigen Weg, dass sie kamen zur Stadt, in der sie wohnen konnten:
Die sollen dem Herrn danken für seine Güte / und für seine Wunder, die er an den Menschenkindern tut, dass er sättigt die durstige Seele und die Hungrigen füllt mit Gutem.
Kommt, lasst uns diesen Gott anbeten!

So wollen wir beten:
Guter Gott. Wir meinen manchmal, wir hätten unser Leben in der Hand. Aber das ist nicht so. Die letzten Tage haben es uns wieder gezeigt. Mit all unserer Unsicherheit und all unseren Fragen kommen wir heute zu Dir. All unsere Sorgen breiten wir vor Dir aus. All die Not der Welt. Und wir tun dies im Vertrauen darauf, dass Du da bist und uns hörst, dass Du da bist und uns hörst und uns erhörst und hilfst. So komm DU auch in diesen Gottesdienst. Sei da mit Deinem Geist und lass uns Dein Wort so hören, dass es uns zum Trost und zur Ermutigung wird. AMEN.

Schriftlesung
Das Wort der Schriftlesung steht der Apostelgeschichte im 2ten Kapitel in den Versen 41 bis 47. Die nun sein Wort annahmen, ließen sich taufen; und an diesem Tage wurden hinzugefügt etwa dreitausend Menschen. Sie blieben aber beständig in der Lehre der Apostel und in der Gemeinschaft und im Brotbrechen und im Gebet. Es kam aber Furcht über alle, und es geschahen viele Wunder und Zeichen durch die Apostel. Alle aber, die gläubig geworden waren, waren beieinander und hatten alle Dinge gemeinsam.  Sie verkauften Güter und Habe und teilten sie aus unter alle, je nachdem es einer nötig hatte. Und sie waren täglich einmütig beieinander im Tempel und brachen das Brot hier und dort in den Häusern, hielten die Mahlzeiten mit Freude und lauterem Herzen und lobten Gott und fanden Wohlwollen beim ganzen Volk. Der Herr aber fügte täglich zur Gemeinde hinzu, die gerettet wurden.
Und selig sind, die dieses Wort Gottes hören und in ihren Herzen bewahren. Halleluja!

Gerne können Sie an dieser Stelle wieder das Glaubensbekenntnis beten, wie wir es sonst in unseren Gottesdiensten in den Kirchen halten.
Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde.
Und an Jesus Christus, seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,
empfangen durch den Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria,
gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgestiegen in das Reich des Todes,
am dritten Tage auferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel; er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters;
von dort wird er kommen, zu richten die Lebenden und die Toten.
Ich glaube an den Heiligen Geist, die heilige christliche Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen, Vergebung der Sünden,
Auferstehung der Toten und das ewige Leben. Amen

Lied vor der Predigt


Gott will ich singen,

Gott will ich singen Dank will ich bringen,
ihm, der schützend mich umgibt.
In tausend Weisen will ich Gott preisen,
der mich schuf, erhält und liebt.
Was zähl tim Leben, kann nur Gott geben,
vor den Gefahren nur er bewahren,
darum vertraue ich und hoff auf ihn.
Die nach ihm trachten, wird Gott wohl achten,
er hat´s in Händen, Not zu beenden,
voller Vertrauen hoff ich auf ihn.

Dass Gottes Güte uns alle hüte,
ist mein Wunsch und mein Gebet.
An Gottes Segen sei uns gelegen,
nur wer Segen hat, besteht.
Macht wird nichts nützen, Geld wird nicht schützen,
Mauern und Ketten Herrscher nicht retten,
Gott allein bleibt, darum hoff ich auf ihn.
Er hat´s in Händen, Herzen zu wenden,
dass uns die Erde neu Heimat werde –
voller Vertrauen hoff ich auf ihn.
(T.: Eugen Eckert)
nach der Melodie von: In Dir ist Freude

Die Predigt
Liebe Gemeinde!
Ich denke wir alle haben die Bilder der jetzt vergangenen Woche vor Augen. Und manch einem und manch einer wird es so gegangen sein wie mir. Ich wollte es erst nicht glauben. Konnte meinen Augen kaum trauen. Diese Bilder der Zerstörung durch diese Wassermassen. Die Nachricht von über 150Toten durch ein solches Unwetter. Irgendwie passte das für mich nicht zusammen. Doch nicht bei uns hier in Deutschland, habe ich
mir gedacht. Das kann doch gar nicht sein! Aber es war so.
Und dann sagt einer der Betroffenen bei einem Interview: Wir müssen jetzt das Beste daraus machen!

Was für ein Mut. Und doch wissen wir: was man da so einfach sagt, das ist nicht leicht. Und oft weiß man doch, wenn dieser Spruch kommt: Die Situation ist schwierig. Da stecken wir in nichts Gutem drin. Da ist es nicht leicht, rauszukommen aus der Not. Und manchmal, so wie nach dieser Woche, ahnt man, dass wir Menschen aus solchen Katastrophen kaum das wirklich Beste machen können. Bei allem Bemühen nicht.


„Wir müssen halt das Beste draus machen“, das bedeutet meistens, dass man versucht, irgendwie glimpflich aus einer Situation zu kommen. Wohl wissend, dass das Beste, was man raus machen kann, oft alles andere als gut ist. Sondern eben nur das Beste, was man noch rausholen konnte aus der Sache.
„Wir müssen halt das Beste draus machen!“ Je nachdem, wer es mir wie auch immer sagt, kann mich das aufmuntern und kann mir Mut machen. Aber es kann mich auch traurig machen. Weil mir eben dann doch klar wird: Sie richtig gut wird es wohl nicht!

Ich will unseren Blick deswegen heute weiten. Wir Menschen, wir können immer nur versuchen, das Beste aus verfahrenen Situationen zu machen, selbst wenn wir wissen, dass das oft dann nur die zweitbesten oder die drittbesten Lösungen sind. Ich lade euch ein, dass wir heute auf Gott schauen. Auf Gott und seine Möglichkeiten.
'Ich denke dabei an Gottes große Verheißungen. Und ich habe vor allem auch den 23sten Psalm vor Augen. Dieses uralte Vertrauenswort, in dem immer wieder deutlich wird, dass Gott wirklich Möglichkeiten hat, die unsere Möglichkeiten weit übersteigen. „Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang“,heißt es da zum Beispiel.

Was das bedeutet: Dass Gott denen, die sich ihm anvertrauen, verspricht, wirklich DAS BESTE draus zu machen. DAS BESTE. Nicht nur irgendwie noch das Beste aus einer Situation herausholen. Nein, Gott kann wirklich DAS BESTE raus machen. Das ist eine Verheißung, das ist ein Versprechen.


Das gilt für Menschen und für Situationen, für beides.
Das gilt für Menschen – für Sie und für Dich und für mich. Ich glaube, dass Gott Menschen, die sich ihm anvertrauen, die Kraft schenken kann, über sich selbst hinauszuwachsen. Dass Gott die Kraft hat, dann wirklich das BESTE aus den Menschen herauszuholen.
In all der notvollen Situation im Westen unseres Landes wird das in diesen Tagen auch deutlich. Immer wieder ist neben der Verzweiflung in den Interviews auch das zu hören: Das Staunen darüber, dass da einfach Menschen kommen, die helfen und mit anpacken. Die mit Spaten und Pumpen kommen und da sein wollen wo die anderen in Not sind. Mit der Kraft, die Gott uns Menschen schenken kann. Mit der Kraft, durch die Menschen das Beste aus sich herausholen. Wirklich das Beste: Ihre Liebe, ihre Achtsamkeit, ihre Güte und ihre Hilfsbereitschaft.

So kann Gott das Beste werden lassen. Dass mir dann, wenn ich traurig bin, Menschen begegnen können, die das Beste aus sich herausholen. Die genau die Worte finden, die ich brauchte, weil sie sich Zeit genommen haben, weil sie hingehört haben und weil sie hingeschaut haben und weil ich und meine Not ihnen in dem Moment wichtiger waren als alles andere. Ich glaube, dass Gott Menschen eine unglaubliche Kraft geben
kann, dass sie andere durch tiefe Krisen führen und notfalls auch tragen. Dass er das BESTE aus ihnen herauslocken kann. Und ich glaube, dass auch wir solche Menschen sein können, jeder und jede von uns. Dass wir über uns hinauswachsen können und im richtigen Moment an der richtigen Stelle das richtige sagen und tun. Und dann sind die Sachen nicht nur irgendwie gut. Und dann habe ich eine Sache nicht nur so gut gemacht, wie ich eben kann, sondern ich habe sie richtig gut gemacht. Perfekt! Das kann Gott.

Und dann besteht mein Leben und dein Leben immer wieder aus solchen Begegnungen. Aus Begegnungen, in denen die anderen mich und in denen ich die anderen aufbauen und weiterbringen und trösten und beraten und beruhigen kann.
Aber – das „Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang“; das bedeutet auch: Ich werde für mein eigenes Leben eine große Kraft haben. In einem Lied heißt es so schön: „Ich baue mir aus jedem Stolperstein eine Brücke!“ Ich mache dann nicht einfach nur das beste raus, sondern DAS BESTE. Ich stolpere nicht einfach über den Stein und stehe wieder auf und gehe weiter. Auch gut, aber nicht das Beste. Oder ich sehe den Stein rechtzeitig und ich mache einen großen Bogen um ihn und gehe weiter. Nein, das BESTE: Ich nehme den Stein und mache daraus den Teil einer Brücke, die mich weiterbringt.

Das Besondere ist doch: Wenn ich darauf vertraue, dass Gott das kann. Dass Gott das BESTE aus dem Leben machen kann. Dann habe ich auch den Mut, selbst immer wieder mein Bestes zu geben. Und das kann man ja auch jetzt in der Eifel sehen. Wie sich die Menschen helfen, wie die Feuerwehren ihr wirklich Bestes geben und die anderen Hilfskräfte auch. Wie Nachbarn ihr Bestes geben. Gott sei Dank! In aller Not und mitten in dieser fürchterlichen Katastrophe wachsen Menschen über sich hinaus. Gott sei Dank dafür, dass er uns Menschen die Kraft dazu gibt.

Das wird auch in diesem Lied von Paul Simon so wunderbar deutlich.

Bridge over troubled water

Fürbittgebet
Allmächtiger Gott. Da, wo in unseren Gebeten zuerst der Dank kommt, bringen wir heute unsere Bitten vor Dich. Hinter den Bildern, die wir in den vergangenen Tagen über die Unwetterkatastrophe in Deutschland gesehen haben, stehen Menschenschicksale. Die Not der Menschen dort ist übergroß und kaum alleine zu tragen. Da ist die große Trauer über diejenigen, die durch die Folgen des Unwetters gestorben sind. Stehe Du den Trauernden bei. Tröste Du die Verzweifelten. Denn so viele Menschen stehen dort in diesen Tagen vor Ruinen, die doch ihr Zuhause gesehen sind. So viele Existenzen sind bedroht, so viele Träume zerstoben. Wo soll die Kraft herkommen, sich nun wieder ans Aufräumen und Aufbauen zu machen? Schenke Du diese Kraft. Lass Menschen da sein, die helfen. Lass die Menschen in der Not über sich selbst hinauswachsen. Dass die Hoffnung wieder wächst, auch angesichts der Bilder der Hoffnungslosigkeit. Und so danken wir Dir auch für alle, die helfen, die mit anpacken, die Feuerwehren, das THW, die Hilfsorganisationen und jeden und jede Einzelne.
Bringe uns allen ins Bewusstsein, wie gefährdet diese Erde ist. Lass uns erkennen, dass wir alle achtsam sein müssen, dass wir alle handeln müssen und dass wir nicht mehr warten können. Wir müssen die geplagte Erde bewahren. Müssten achtgeben und vorsichtig sein. Gib uns auch dazu die Einsicht und die Kraft. Denn diese Erde ist Deine Schöpfung. Und sie zu bewahren, hast Du uns als Menschenaufgabe gegeben.
In der Stille bringen wir all unsere Sorgen vor Dich. …
Sei Du da - mit Deiner Liebe. Amen

Vater unser im Himmel, geheiligt werde Dein Name,
Dein Reich komme, Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute
und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit, in Ewigkeit. AMEN

Lied 421 Verleih uns Frieden gnädiglich

Und so lassen wir uns den Segen Gottes zusagen.
Der Herr segne Dich! Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig. Der Herr erhebe sein Angesicht auf Dich und schenke Dir Frieden.
AMEN

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