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Gottesdienst für den Sonntag Exaudi

Gottesdienst zum Sonntag Exaudi den 16.05.2021

Schön, dass Sie auch heute wieder unsere Homepage besuchen und den Gottesdienst mitfeiern. Diesen Sonntag ist es besonders schmerzhaft, dass wir uns nicht in der Kirche zum Feiern treffen können, denn es ist der Sonntag Exaudi. Eigentlich sollten heute die diesjährigen Konfirmandinnen und Konfirmanden eingesegnet und konfirmiert werden. Das haben wir verschieben müssen. Die Konfirmation dieses Jahr in zwei Gruppen gefeiert. Einmal am 18ten Juli 2021 und dann am Sonntag nach der ersten Schulwoche nach den Sommerferien. Aber heute denken wir auch im Besonderen an die jungen Leute. So singen wir die Lieder, die auch bei der Konfirmation gesungen werden.

Lied 455 Morgenlicht leuchtet

Und so feiern wir diesen Gottesdienst im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Das Eingangswort für diesen Sonntag sind Verse aus dem Psalm 27.
Der HERR ist mein Licht und mein Heil; vor wem sollte ich mich fürchten? Der HERR ist meines Lebens Kraft; vor wem sollte mir grauen? HERR, höre meine Stimme, wenn ich rufe; sei mir gnädig und antworte mir! Mein Herz hält dir vor dein Wort: / »Ihr sollt mein Antlitz suchen.« Darum suche ich auch, HERR, dein Antlitz. Verbirg dein Antlitz nicht vor mir, verstoße nicht im Zorn deinen Knecht! Denn du bist meine Hilfe; verlass mich nicht und tu die Hand nicht von mir ab, du Gott meines Heils! Denn mein Vater und meine Mutter verlassen mich, aber der HERR nimmt mich auf. HERR, weise mir deinen Weg und leite mich auf ebener Bahn um meiner Feinde willen. Gib mich nicht preis dem Willen meiner Feinde! Denn es stehen falsche Zeugen wider mich auf und tun mir Unrecht. Ich glaube aber doch, dass ich sehen werde die Güte des HERRN im Lande der Lebendigen. Harre des HERRN! Sei getrost und unverzagt und harre des HERRN !
Kommt, lasst uns diesen Gott anbeten!

So wollen wir beten:
Guter Gott. Lass uns heute wieder einen segensreichen Gottesdienst feiern. Hilf uns dabei, dass wir unsere Gedanken sammeln können. Hilf uns dabei, dass wir zur Ruhe kommen. Hilf uns dabei, dass wir Dein Wort gut hören können. Hilf uns dabei, dass wir es aufnehmen können. Lass uns die Kraft Deines Geistes dabei spüren. So lass diesen Gottesdienst zu einer Kraftquelle werden. AMEN

Schriftlesung
Das Wort der Schriftlesung steht im Epheserbrief im 3. Kapitel. Es sind die Verse 14 bis 21.
Deshalb beuge ich meine Knie vor dem Vater, von dem jedes Geschlecht im Himmel und auf Erden seinen Namen hat, dass er euch Kraft gebe nach dem Reichtum seiner Herrlichkeit, gestärkt zu werden durch seinen Geist an dem inwendigen Menschen,  dass Christus durch den Glauben in euren Herzen wohne. Und ihr seid in der Liebe eingewurzelt und gegründet, damit ihr mit allen Heiligen begreifen könnt, welches die Breite und die Länge und die Höhe und die Tiefe ist, auch die Liebe Christi erkennen könnt, die alle Erkenntnis übertrifft, damit ihr erfüllt werdet, bis ihr die ganze Fülle Gottes erlangt habt. Dem aber, der überschwänglich tun kann über alles hinaus, was wir bitten oder verstehen, nach der Kraft, die in uns wirkt, dem sei Ehre in der Gemeinde und in Christus Jesus durch alle Geschlechter von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen.
Und selig seid ihr, wenn ihr Gottes Wort hört und in euren Herzen bewahrt. Halleluja.

Gerne können Sie an dieser Stelle wieder das Glaubensbekenntnis beten, wie wir es sonst in unseren Gottesdiensten in den Kirchen halten.

Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde.
Und an Jesus Christus, seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,
empfangen durch den Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria,
gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgestiegen in das Reich des Todes,
am dritten Tage auferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel; er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters;
von dort wird er kommen, zu richten die Lebenden und die Toten.
Ich glaube an den Heiligen Geist, die heilige christliche Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen, Vergebung der Sünden,
Auferstehung der Toten und das ewige Leben. Amen

Die Predigt
Unser Predigtwort steht im 7ten Kapitel des Johannesevangeliums in den Versen 37 bis 39. Es sind nur wenige Worte, mit denen Jesus schon auf das Pfingstfest verweist. Auf das, was kommen wird.

Aber am letzten, dem höchsten Tag des Festes trat Jesus auf und rief: Wen da dürstet, der komme zu mir und trinke! Wer an mich glaubt, von dessen Leib werden, wie die Schrift sagt, Ströme lebendigen Wassers fließen. Das sagte er aber von dem Geist, den die empfangen sollten, die an ihn glaubten; denn der Geist war noch nicht da; denn Jesus war noch nicht verherrlicht.

Liebe Gemeinde!
Manche Bibelworte klingen – je nachdem, wo man sie hört – ganz unterschiedlich. Es sind die gleichen Worte. Aber die Gefühle, die bei Menschen entstehen durch diese Worte, die sind so verschieden, wie Tag und Nacht sein können.

Mit solch einem Bibelwort haben wir es heute zu tun. Es geht um Durst und es geht um Wasser. Und je nachdem, wo sie auf dieser wunderschönen Erde zuhause sind, wird das in den Menschen ganz unterschiedliche Saiten zum Klingen bringen. 2,2 Milliarden Menschen auf dieser Welt haben keinen regelmäßigen Zugang zu sauberem Wasser. Das ist mehr als ein Viertel der Erdenbewohner. Was also, mag dieses Wort vom Wasser bedeuten für ein Kind – zum Beispiel im Süd-Sudan. Was wird es bedeuten, wenn dort, in diesem überwiegend christlich geprägten Land, eine Pfarrerin oder ein Pfarrer dieses Bibelwort als Predigtwort vorliest! Im Bürgerkrieg sind mutwillig viele Brunnen und Wasserstellen zerstört worden. Die Lage ist katastrophal. Wasser, sauberes Wasser, ist unendlich wertvoll. Durst ein Gefühl und eine Not, die die Menschen dort so oft begleitet. Ich denke, wir können es nur erahnen. Wir, in unserem Land, in dem Wasser, auch sauberes Wasser, meistens eine Selbstverständlichkeit ist. Oder machen wir uns Gedanken darüber, dass ein Fast-Food-Menu aus Hamburger, Pommes und Softdrink bis es auf den Tisch kommt 6000 Liter Wasser verbraucht hat? Und machen wir uns dabei immer wieder deutlich. Wasser ist mehr als etwas zu Trinken. Wasser ist Hygiene und Sicherheit, Gesundheit und Leben.

Nein, ich sage das nicht, um uns ein schlechtes Gewissen zu machen. Ich sage es, um uns deutlich zu machen, was Jesus hier verheißt. Wir hören hier ein unfassbar mächtiges Segenswort. Und das schöne ist: wir hören es nicht nur. Wir bekommen es auch zugesagt. Und das Beste ist: Es ist ein so umfassendes Segenswort. Und darüber will ich heute mit Ihnen staunen und darüber will ich mich heute mit Ihnen freuen.

Wasser ist in dieser Welt Ernährung und Leben, Gesundheit und Sicherheit. Zukunft und Hoffnung. Wasser steht für all das, was nicht nur ganz schön ist. Es steht für das, was unbedingt nötig ist. Wasser löscht den Durst. Aber eben nicht nur den Durst nach etwas zu Trinken. Das Wasser von dem Jesus hier redet, das lebendige Wasser, das löscht den Durst nach all dem, was wir Menschen wirklich brauchen.
Den Durst, also das Verlangen und die Sehnsucht nach Liebe. Den Durst nach Anerkennung. Den Durst nach erfülltem Leben. Den Durst nach Heimat. Den Durst nach gelungenem Leben.
Und das ist die Einladung, die Jesus da ausspricht: Wenn ihr diesen Durst in euch verspürt, dann kommt zu mir. Ich kann eure Sehnsucht, euren Durst, euren Hunger stillen. Bei mir könnt ihr das bekommen, was wir braucht. Das, was ihr wirklich braucht.

Und, liebe Gemeinde, um zu verstehen, wie das funktionieren kann, muss man erkennen, dass der Segen, um den es hier geht, noch viel weitreichender ist. Denn Jesus verspricht, dass er nicht nur dafür sorgen kann, dass unser Durst gelöscht ist. Er verheißt uns, dass wir dann selbst zur Quelle werden können. Dass wir selbst zu Menschen werden können, die den Durst der anderen stillen können. Das ist das Unfassbare an diesem Segen. Du bekommst nicht nur, wonach Dich dürstet und was Du brauchst. Du wirst auch ein Mensch, der anderen das geben kann, was sie brauchen, wonach sie dürsten!

Und das, liebe Gemeinde, das hilft uns, die Frage zu beantworten, wie das Ganze denn funktionieren kann. Ich möchte das an einem Beispiel deutlich machen. Anna-Nicole Heinrich ist zur jüngsten Präses der Evangelischen Kirche von Deutschland gewählt worden. Sie ist 25 Jahre alt und die Vorsitzende der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland. Und damit die ranghöchste Laiin. Was für ein mutiges Zeichen. Sie sagt von sich selbst, dass sie eher durch Zufallen zur Kirche gekommen ist. Die Eltern waren nicht in einer Kirche. Sie selbst hat den Religionsunterricht besucht und sich im Grundschulalter taufen lassen. Und dann hat sie in einer Kirchengemeinde so etwas wie ein Zuhause gefunden. Die Kraft dieses Miteinander ist der Gemeinde, in der Jugendgruppe, hat ihr selbst Kraft geben.

Ein wunderbares und Hoffnung-machendes Beispiel. Ein Beispiel für das, was Jesus hier als Segenswort für uns bereit hat. Wer aus dem Segen lebt, der kann den Segen weitergeben. Das gilt für uns Menschen als Einzelpersonen. Aber das gilt auch für unsere Gemeinden. Wo eine Kirchengemeinde bewusst aus diesem Segen Gottes lebt, da wird sie ihn weitergeben. Da werden Menschen erfahren können, dass in diesem Miteinander Durst gestillt werden kann. Dass in diesem Miteinander im Namen Christi Menschen erleben können, wie sie ganz neue Anerkennung finden. Wie sie Heimat finden können. Wie sie einen Ort finden, an dem sie ankommen und sich richtig fühlen können. Wie sie Gesundung an der Seele erfahren können. Wie sie Freude und Erfüllung erleben können. Wie ihnen das Leben reich gemacht wird.

Was für eine wunderbare Aufgabe ist das für die, die gerne in der Kirchengemeinde arbeiten: Mit Gottes Hilfe und mit Seiner Kraft einen Ort schaffen und lebendig halten, der gut ist und gut tut für die, die diesen Ort aufsuchen. Mögen das auch viele der jungen Menschen erleben, die wir in diesem Jahr in unserem Kirchspiel noch konfirmieren. Eine wunderbare Perspektive für uns, wenn wir am kommenden Sonntag das Pfingstfest feiern und die Kraft des Heiligen Geistes. Mögen wir das immer wieder in unserem Miteinander erleben. AMEN

Müssen erst die Steine schrein
(Lied mit den Ideen der Ideen)

Und mit dem, was die Konfirmandinnen und Konfirmanden unseres Kirchspiels zusammengetragen haben, wollen beten:
Guter Gott, erst einmal wollen wir Danke sagen. Danke dafür, dass Du uns verschont hast vor so mancher Not. Danke dafür, wo wir gesund geblieben sind in der Pandemie. Danke dafür, dass Du uns in all dem Stress auch Momente der Ruhe schenkst. Danke, dass Du uns mit Deinem Wort hilfst, unser Leben, trotz all der Einschränkungen und Sorgen, zu bewältigen. Und wir danken Dir für die Technik, die uns ermöglicht, uns trotz Kontaktbeschränkungen dennoch zu sehen und zu sprechen.
Wir bitten Dich darum, dass es mit der Impfung schnell weitergehen kann. Dass die Menschen in aller Ungeduld doch achtsam und vorsichtig sind und sich an die Regeln halten. Wir bitten Dich, dass wir in
diesem Sommer irgendwann auch wieder in unseren ganz normalen Alltag kommen, den wir nun schon so lange vermissen müssen.
Lass uns unsere Zuversicht und Freude nicht verlieren. Lass geschehen, dass der Friede wächst in dieser Welt, dass es mehr Toleranz gibt zwischen den Menschen und keine Beschimpfungen. Sei da, wo Menschen in Not sind.
Im Besonderen bitten wir Dich für die die schwere Krise im Nahen Osten, im Heiligen Land. Wehre der Gewalt. Lass die Menschen wieder aufeinander zugehen und Frieden finden.

Wir bitten Dich auch für unsere Kirche. Lege Deinen Segen auf unser Miteinander. Lege Deinen Segen auch auf die Arbeit von Anna-Nicole Heinrich und die EKD-Synode.

In der Stille bringen wir all unsere Sorgen vor Dich. …
Sei Du da - mit Deiner Liebe. Amen

Vater unser im Himmel, geheiligt werde Dein Name,
Dein Reich komme, Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute
und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit, in Ewigkeit. AMEN

Lied 317 Lobet den Herren

Und so lassen wir uns den Segen Gottes zusagen.
Der Herr segne Dich! Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig. Der Herr erhebe sein Angesicht auf Dich und schenke Dir Frieden.
AMEN

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